Drückwalzen
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Drückwalzen
ist ein Verfahren zur spanlosen Formgebung rotationssymmetrischer Hohlkörper.
Eine Vorform wird zwischen Drückfutter und Reitstock fixiert und in Rotation
versetzt. Ein besonderes Kennzeichen ist, daß die Umformung partiell durch
Druckspannung erfolgt, die durch radial geführte Drückwalzen ins Material
eingebracht werden. Das Material fließt und nimmt in einem Walzenüberlauf
die Kontur des innenliegenden Drückfutters an.
Die Fertigungsgenauigkeit entspricht der einer
spanenden Feinbearbeitung. Ein ununterbrochener Faserverlauf des Werkstoffs
und die vom Umformungsgrad abhängige Steigerung der Festigkeit sprechen
für den Einsatz des Drückwalzens. Sämtliche knetbaren Metalle und Metallegierungen
einschließlich rostfreier Stähle und Aluminium-legierungen lassen sich
bis zu einer Zugfestigkeit von ca. 2200 N/mm² umformen. Man unterscheidet
Projizier- und Zylinder-Drückwalzen.
a) Zylinder-Drückwalzen:
Es lassen sich Außenmantelformen herstellen - Konturabsätze, Übergangsradien
und konische Bereiche sind möglich -, wie sie mit anderen Umformverfahren
(z.B.: Abstreckziehen und Tiefziehen) prinzipiell nicht zu erreichen sind.
Drei Drückwalzen, jeweils um 120° versetzt, sind gleichzeitig im Eingriff.
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Prinzip
des Zylinder-Drückwalzens
(Umformzone und Umformkräfte) |
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| Beim sog.
Gleichlaufdrückwalzen sind die axiale Vorschubrichtung der Drückwalzen
und die Fließrichtung des Materials gleich. Besonders vorteilhaft lassen
sich kurze topfförmige Werkstücke fertigen, die mit entsprechend ausgeführten
Drückwalzen durch eine Kombination aus vorgeschaltetem Biegen und Zylinder-Drückwalzen
in einem Überlauf geformt werden. Wichtige Anwendungen sind die Herstellung
von innenverzahnten Hohlrädern sowie PKW- und LKW-Felgen. |
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| Mit dem Zylinder-Drückwalzen
aus einer Ronde gefertigtes Werkstück mit Innenverzahnung |
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Arbeitsbereich einer
Drückwalzmaschine mit Drückwalzen (3 x 120°) und einem bereits drückgewalzten,
einteiligen Rad. |
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| Beim Gegenlaufdrückwalzen
wird die Materialbewegung in die Richtung der axialen Vorschubbewegung
der Drückwalzen durch einen Anschlag beschränkt, so daß das Material unter
den Drückwalzen entgegen der Vorschubrichtung fließt. Hierdurch wird die
Fertigung besonders langer, zylindrischer Werkstücke möglich. |
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Mit dem
Zylinder-Drückwalzen aus einer Vorform (links) hergestelltes Werkstück |
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b) Projizier-Drückwalzen:
Eine ebene Ausgangsform wird mit einer Drückwalze auf den Neigungswinkel
des Drückfutters projiziert. Während der Umformung wird das Material in
der Formgebungszone axial verschoben - Durchmesser der Ausgangsform =
Durchmesser der Endform. Es können kegelige, konkav oder konvex gewölbte
Werkstücke hergestellt werden. |
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Mittels
Projizier-Drückwalzen hergestellte Werkstücke |
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| Der einfachste
Fall ist eine Ronde (Ausgangsform), die auf ein kegeliges Drückfutter
umgeformt wird. Die erzielbare Endwanddicke S1 ist direkt vom Neigungswinkel
der Werkstückkontur (Projizierwinkel α) sowie von der Ausgangsblechdicke
S0 abhängig. |
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Prinzip
des Projizier-Drückwalzens |
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| Für Werkstücke,
die eine besonders hohe Präzision erfordern, wird das Projizier-Drückwalzen
mit zwei sich gegenüberliegenden Walzen durchgeführt. |